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Am 29. März 2008 fand die dritte öffentliche Vereidigung von Bewerbern der christlich-nationalen »Ungarischen Garde« statt. Etwa 900 Neumitglieder wurden auf Ungarn und seine Königskrone vereidigt. Damit hat die Ungarische Garde nur neun Monate nach ihrer Gründung mehr Mitglieder als die Reste der regulären ungarischen Armee, soweit diese sich noch im Land befinden. Am Abend zuvor fand mit dem Chef der Garde, Herrn Gábor Vona, dieses Interview in Budapest statt.

Benedikt Frings: Jonapot (Guten Tag) Herr Vona! Was ist der Sinn und die Aufgabe der Ungarischen Garde?

Gábor Vona: Den Zweck der Ungarischen Garde kann man in einem einzigen schönen Satz zusammenfassen: Ungarn schützen: physisch, seelisch und auch geistig/geistlich.
Leider müssen wir sehr viele Gefahren gegen die Ungarn miterleben. Auch unsere Mitbrüder und Freunde außerhalb der heutigen Grenzen Ungarns sind – auch physisch – betroffen, als Minderheiten bei den Slowaken, Rumänen und Serben. Also in den Gebieten, wo bis 1920 das Königreich Ungarn war. Das Problem der Auslandsungarn ist eine unserer großen Sorgen, zumal die mittel- und osteuropäischen Völker angesichts ihrer Bedrohung durch die sogenannte »Globalisierung« eigentlich zusammenhalten sollten.


Frings: Welche Probleme hat das ungarische Volk innerhalb des heutigen Staatsgebietes?

Vona: Zum Beispiel hat das ungarische Volk große Probleme mit den hiesigen Zigeunern – in Bezug auf deren äußerst unverhältnismäßig große Kriminalitätsrate und der bei ihnen ausgeprägten Arbeitsunwilligkeit.

Frings: Wieviele Zigeuner gibt es denn in Ungarn?

Vona: Genau wie in Bezug auf die Juden gibt es auch in Bezug auf die Zigeuner keine offiziellen Angaben hierzu. Ich schätze die Zahl der Zigeuner in Ungarn auf etwa eine Million, also jeder zehnte Bewohner des heutigen ungarischen Staatsgebietes ist Zigeuner. Die Zahl der Juden zu schätzen ist noch schwieriger. In unseren Geschichtsbüchern steht, daß eine große Anzahl von Juden während des Zweiten Weltkrieges aus Ungarn vertrieben worden sei. Danach hätten allein in Budapest 100.000 überlebt. Ich schätze die Zahl der Juden im ganzen Land heute auf etwa 200.000.

Frings: Wie steht die Partei Jobbik oder die Ungarische Garde zum Lissabonner Vertrag der EU?

Vona: Die Ungarische Garde ist keine politische Organisation, deswegen hat sie auch keine Meinung zu dieser politischen Frage. Aber Jobbik als eine EU-kritische Partei lehnt natürlich auch den Lissabonner Vertrag ab, da darin ja noch einmal die Tendenz deutlich wird, die europäischen Nationen, ähnlich wie die USA zu einer einzigen Nation, zu einem »Imperium« zu »vereinigen« und so die Souveränität der Völker Europas zu zerstören. Wir hingegen glauben an ein Europa der selbstbestimmten Nationen – die natürlich zusammenarbeiten können und sollen.

Frings: Welches Menschenbild hat die Ungarische Garde?

Vona: Ein christliches Menschenbild – mit Bezug auf das jeweilige Volk, also bei uns zu den Ungarn. Man kann es als »christlich-nationalistisch« bezeichnen.

Frings: Ist die Ungarische Garde eine christliche Bewegung?

Vona: Die Ungarische Garde ist eine Bewegung auf der Grundlage von christlichen Grundwerten, jedoch nicht primär eine religiöse Bewegung, sondern eine national-ungarische Vereinigung. Ich möchte ergänzen, daß »Ungar-Sein« und »Christ-Sein« hier in der ungarischen Öffentlichkeit überhaupt nicht trennbar ist – sondern es ist eins. In der 1000jährigen Geschichte der ungarischen Nation mußten wir immer dann, wenn wir unser Land verteidigen mußten, immer zugleich auch unsere christliche Religion verteidigen – und deshalb ist beides ganz stark miteinander verknüpft.

Frings: Wer bedroht die Ungarische Garde heute, wer kritisiert sie am stärksten? Soweit dies in den Medien zu erkennen ist, sind das »Linke«, Kommunisten, Zionisten?

Vona: Die Frage ist nicht, wer die Ungarische Garde bedroht, sondern wer die Ungarn bedroht. Diejenigen, die die Ungarische Garde bedrohen, bedrohen die Ungarn selbst, die ungarische Nation, das ungarische Land. Charakteristisch für die politische Lage in diesem Lande ist, daß die gesamte herrschende politische Klasse, d.h. alle Parlamentsparteien mit der Ungarische Garde nichts zu tun haben wollen – die gleiche politische Klasse, die ungarische Soldaten in den völkerrechtswidrigen irakischen Angriffskrieg geschickt hat, die den EU-Beitritt Ungarns und auch den Lissabonner Vetrag gemeinsam entschieden hat. Keine von diesen Entscheidungen war im Interesse Ungarns. Durch diese Entscheidungen hat sich diese Politikerkaste selbst den außerungarischen Kräften ausgeliefert, die jetzt Ungarn bedrohen.

Frings: Wie kommt es eigentlich, daß besonders die Vertreter des Judentums so extrem gegen die Ungarische Garde kämpfen?

Vona: Da fragen Sie besser diese Vertreter selbst. Die Ungarische Garde war noch gar nicht gegründet, da hat der Jüdische Weltkongreß bereits einen Brief an den ungarischen Ministerpräsidenten verfaßt, damit dieser dann verhindern sollte, daß die Garde überhaupt gegründet wird. So viel ich weiß ist dieser Vorgang in der gesamten Geschichte einmalig. Noch nicht einmal während des Zweiten Weltkrieges gab es einen derartigen direkten und öffentlichen Versuch des organisierten Judentums, sich in die inneren Angelegenheiten eines Landes einzumischen. Aus merkwürdigen Gründen schien der Jüdische Weltkongreß dies jetzt für nötig zu halten.
Ein jüdischer amerikanischer Kongreßabgeordneter (Tom Lantos) kam voriges Jahr eigens nach Ungarn und drohte öffentlich: Solange er lebe, werde er dafür sorgen, daß jeder, der in die ungarische Garde einträte, amerikanischen Boden nicht mehr betreten könne. Daraufhin bekamen wir einen ganz besonders großen Schub an Mitgliedsanträgen (wir kommen mit der Bearbeitung kaum nach) – »in so ein Land möchten wir sowieso nicht reisen«, teilten uns die ungarischen Antragsteller mit. Trotzdem reiste ein Angehöriger der Garde kürzlich in die USA problemlos ein. Der jüdische Abgeordnete war kurz zuvor gestorben.


Frings: ... oh, welch tragischer Zufall. Könnte es sein, daß die Ungarische Garde jüdische Interessen stark betrifft?

Vona: Aus den Äußerungen der Juden in Ungarn und des internationalen Judentums schließe ich, daß die Garde ihnen im Weg steht. Aus den Äußerungen Schimon Peres, des Staatspräsidenten Israels, können wir schließen, daß ihr Ziel ist, Ungarn zu kaufen – ja im Original der Ansprache von Peres an jüdische Geschäftsleute in Israel heißt es sogar, daß das organisierte Judentum der Meinung ist, Ungarn bereits gekauft zu haben. Was ich voraussehe ist, daß das Judentum sich in Palästina auf die Dauer nur sehr schwer wird halten können. In dem Moment, wo die USA als Weltmacht zusammenbrechen, zum Beispiel in Folge von wirtschaftlichen Problemen, könnte die Unterstützung der USA für Israel entfallen – und in diesem Moment werden die dort lebenden Juden ein neues Zuhause, eine neue Heimat benötigen – und es scheint so, daß sie (durch Kontrolle der Massenmedien, des Parlaments, durch Staatsverschuldung bei den jüdisch kontrollierten internationalen Banken usw.) bereits jetzt die entsprechenden Voraussetzungen dafür »zurechtordnen«.

Frings: Wie weit ist dieser Vorgang aus Ihrer Sicht denn bereits fortgeschritten? Wem gehören denn beispielsweise die Banken in Ungarn?

Vona: Das wissen wir nicht genau. Nachdem im Dezember 2007 die Aussage von Staatspräsident Peres bekannt wurde, haben wir hier sofort öffentlich gefordert, in dieser Beziehung eine Bestandsaufnahme für Ungarn zu machen. Es hat jedoch bei den Parlamentsparteien keinerlei Reaktion auf unsere Anfrage gegeben – sie haben zu dieser Frage ganz einfach geschwiegen.

Frings: Sie meinen den Vortrag, in dem der israelische Staatspräsident voriges Jahr im Dezember gesagt hat, daß das organisierte Judentum bereits Manhattan gekauft hat und nun Ungarn und Polen kaufen wolle...?

Vona: ... ich darf Sie korrigieren: Ungarn und Polen gekauft hat – Peres sprach in der Vergangenheitsform: »Wir haben schon Ungarn und Polen gekauft« – aber, unabhängig von der Zeitform, Vergangenheit oder Gegenwart: Ich halte es für empörend, daß eine solche Aussage nicht mit diplomatischen Schritten ungarischerseits beantwortet wurde.

Frings: Sehen Sie denn die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Probleme Ungarns als speziell ungarische Probleme an oder muß man diese nicht vielmehr in einem globalen Zusammenhang sehen: daß es eine kleine Clique von Leuten gibt, die meinen, sie könnten – über die Taktik der »Globalisierung« – die ganze Welt beherrschen?

Vona: Natürlich, das sehe ich auch so. Die Schatten der Globalisierung betreffen nicht nur unser Land, sondern die ganze Welt – nur daß Ungarn unter wesentlich schlechteren Ausgangsbedingungen auf die Globalisierung trifft als die meisten anderen europäischen Länder. So wäre ich schon froh, wenn sich unter den Ungarn wieder ein so starkes Nationalbewußtsein entwickeln würde wie zum Beispiel unter den Rumänen und Kroaten.

Frings: Müßten dann nicht die nationalen Kräfte in ganz Europa noch besser zusammenarbeiten?

Vona: Ja, aber unsere ungarische Lage ist sehr speziell, weil wir in allen uns umgebenden Ländern mehr oder weniger große ungarische Minderheiten haben. Darum ist die Zusammenarbeit mit den Nachbarnationen in dieser Hinsicht viel schwieriger. Meine persönliche Meinung ist jedenfalls: es wird höchste Zeit, daß speziell die osteuropäischen Völker politisch auf einen gemeinsamen Nenner gegenüber den Gefahren der Globalisierung kommen – denn: entweder wir bleiben als Völker alle am Leben oder wir gehen alle unter.
Jobbik als ungarisch-nationalistische Partei wurde 2003 gegründet und kümmerte sich zunächst nur um rein ungarische Belange. Ab 2007 haben wir erste Schritte in Richtung Europa gemacht: mit Hilfe ein eigens gegründeten Auslandskomitees.


Frings: Es gibt viele Parallelen zwischen der ungarischen und deutschen Geschichte und Gegenwart: die Gebietsverluste, die Fremdherrschaft durch eine kleine von außen gesteuerte politisch herrschende Klasse – aber auch der Holocaustschuldkomplex, der große Teile, jedenfalls des deutschen Volkes immer noch daran hindert, sich für die eigenen Interessen einzusetzen.

Vona: Bei der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland im Jahre 2006 habe ich aber jetzt auch viele positive Zeichen gesehen. Es zeigte sich ein neu erwachtes natürliches patriotisches Gefühl in den Gesichtern so vieler Deutscher.
Es stimmt: auch die Ungarn versucht man durch implementierte Schuldgefühle künstlich klein zu halten. Aber die Zeit wird das heilen: man wird auf die Dauer den natürlichen Nationalstolz nicht unterdrücken können – weder bei Ihnen noch bei uns.
Meine Meinung zum deutschen Volk ist, daß wir uns die großartige Kulturgeschichte der Deutschen anschauen müssen; dabei fallen mir so große Namen wie Goethe, Schiller, Hegel, Kant, Fichte, Schopenhauer und Nietzsche ein: So viel ich weiß, waren das keine Engländer.


Frings: Kösönöm! (Danke schön).

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